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Dienstag, 24. August 2010

Jürgen Polinske: Nachmittag im alten Viertel

Kein Kaffeneon ohne Tische im Freien
Rethymnons Altstadt oder irgendwo
eine Nebenstraße in der Sonne
Sie beleuchtet warm die Nachrichten von gestern
bleicht die Schrift zu Zeitungsweiß
Die zwei Alten lesen nicht
Zwischen ihnen ein Teller Trauben
Sie schweigen dem Radio zu
Dem Tod ist der Weg zu lang zu ihnen
Ihm würde warm

Dann -
Die zwei Mütter, schwatzen
Die zwei Wagen, stehen
Seite an Seite die zwei Kinder darin
Schreien, lachen, weinen, schlafen
Leben


(20,3) 

Montag, 9. August 2010

Jürgen Polinske: Der Fluss. Niedergebrannte Olivenbäume.


Die Bombenlücke in der Häuserzeile

In Omas Küche das Granatsplitterloch
Der verkittete Durchschuß im eichenen Bücherschrank
-
In Opas Augen schoss Mündungsfeuer
Omas Lippen pressten zur Ruhe sich
Hart gegeneinander


Zwischen Königsgraben und Fluß
Auf den Nuthewiesen, am Eichenhain
Wir hockten in Höhlen, selbstgebauten, lauschten
Wie Wasser und
Wind im bremsenden Blattwerk
Vermischen ihr Rauschen
-
Ich hör diesen Ton
Sehe die Sonne über den Bäumen
Den Kiebitz seh ich auf seinem Gelege
Bis hinein in den Schlaf
Seh ich uns spielen
In Höhlen, nicht Unterständen
Und sehe
In der Häuserzeile
die Bombenlücke


(20,0 P.)