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Mittwoch, 15. Juni 2011

Richard G. Richter: Tornados


Tornados, las ich im Lexikon,
sind Wirbelstürme, die je nach Region,
mit verschiedenen Namen genannt,
als Hurrikan oder Taifune bekannt.

Nichts desto Trotz, sie sind eine Gefahr,
wirken zerstörend Jahr um Jahr,
und viele Menschen fürchten sich halt
vor dieser windigen Gewalt.

Aus Gründen, die mir nicht bekannt,
wurden Kampfflugzeuge Tornado genannt,
mit denen man Menschen töten kann.
Deutschland schickte sechs nach Afghanistan.

Was haben die Menschen dort uns angetan?

Dienstag, 14. Juni 2011

Richard G. Richter: Vaterlandslose Gesellen


 Den Terminus „Vaterlandslose Gesellen“
hat einst Fürst Bismarck als Schmähung benützt.
Er meinte damit die Sozialdemokraten,
die damals noch die Armen geschützt.

Heute hat sich herauskristallisiert,
es gibt diese „Vaterlandslosen“ in echt.
Als Topmanager der Banken und Großkonzerne
kümmert sie weder Gesetz noch Recht.

Sie haben die „Globalisierung“ erfunden,
die weltweite Freiheit für das Kapital.
Was scheren sie Völker, Staaten und Grenzen?
Es geht um Profit. Sonst ist alles egal.

Was heißt das schon: Ein Leben in Würde?
Sie organisieren ausschließlich Rendite.
Entdecken sie dafür nur eine Hürde,
ziehen sie hungrig in neue Gebiete.

So zerstören sie für fiktives Geld
Völker, Kulturen, unser aller Leben.
Im Interesse der Menschen der Welt
muss man ihnen den Laufpass geben.

Freitag, 28. Januar 2011

Richard G. Richter: Das besondere Denkmal zu Vahren

 Im Lande stehen überall
Kriegerdenkmäler in großer Zahl,
vor denen sich Häupter senken zu
der Toten stillem Gedenken.
 
In Vahren, an der Dorfstraße fand
ich ein Mahnmal, das dort stand,
kein Krieger mit Waffen dahinter.
Hier steht eine Witwe mit Kindern.
 
Ihre Haltung klagt stumm an:
Wer hat uns dies warum angetan?
Allein in der geschundnen Welt
blieb sie und drei Kinder Der Vater fehlt.
 
Weltkrieg I. Weltkrieg II.
Es war stets Mord und Meuchelei.
Millionen unschuldige Menschen starben.
Wer überlebte, musste hungern und darben.
 
Wie muss der Künstler den Frieden schätzen,
den Frauen und Kindern das Denkmal zu setzen!
Die leicht beschädigte bronzene Aufschrift heißt:
1914/1918. 1939/1945. KRIEG VERWAIST.
 
Das „T“ fehlt. Wurde nicht ersetzt.
Sind gleichgültig die Menschen jetzt?
Obwohl man immer noch Kriege führt?
Wacht erst auf, wer das Unglück selber spürt?